STILLGESTANDEN FÜR DIE GEFALLENEN: DIE KREISGRUPPE OBERHESSEN SETZT EIN ZEICHEN UNVERGESSENER KAMERADSCHAFT IN ENGELROD

Es ist weit mehr als eine sportliche Herausforderung; es ist ein lautloses Versprechen: „Wir vergessen nicht.“ Unter diesem Leitmotiv stand der gestrige Gedenkmarsch im Lautertaler Ortsteil Engelrod. Die Reservistenkameradschaft (RK) Lautertal richtete den diesjährigen „K3“-Marsch aus – eine Veranstaltung, bei der jeder Schritt und jedes Kilogramm Last dem Gedenken an diejenigen gewidmet ist, die im Dienst für unser Land das höchste Opfer brachten.

Symbolik in jedem Kilometer

Der Geist des K3 Der „K3“-Marsch (Karfreitag – 3 Gefallene) erinnert an den schwärzesten Tag in der Einsatzgeschichte der Bundeswehr: Das Karfreitagsgefecht am 2. April 2010 in Afghanistan. Die Zahl 16 zog sich dabei wie ein roter Faden durch den Tag: 16 Kilometer Strecke und 16 Kilogramm Dienstgepäck markierten den 16. Jahrestag dieses einschneidenden Ereignisses. Die 75 Marschteilnehmer trugen diese Last nicht nur auf dem Rücken, sondern im Bewusstsein der Verantwortung für das Andenken an die gefallenen Kameraden Hauptfeldwebel Nils Bruns, Stabsgefreiter Robert Hartert und Hauptgefreiter Martin Augustyniak.

Offizielle Eröffnung und politisches Signal

Am Sammelpunkt in Engelrod wurde die Marschbereitschaft unter den Augen hochrangiger Gäste hergestellt. Der Bürgermeister der Gemeinde Lautertal, Lukas Becker, eröffnete die Veranstaltung in seiner Funktion als Schirmherr mit mahnenden Worten. Er betonte, dass dieses Gedenken ein wesentlicher Pfeiler unserer Gesellschaft sei und der Zusammenhalt zwischen zivilen Kräften und Reservisten gerade in fordernden Zeiten unersetzlich bleibt. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Antrifttal, Herr Dietmar Krist, erwies den Teilnehmern als besonderer Gast die Ehre und setzte damit ein starkes Zeichen der überregionalen Verbundenheit und Anerkennung für den Dienst an der Gemeinschaft.

Ehrungen im Geiste der Treue

Den würdigen Rahmen dieses Appells nutzte die Reservistenkameradschaft (RK) Reiskirchen, um ein weiteres Fundament der Kameradschaft zu betonen: die langjährige Treue. Drei verdiente Kameraden der RK Reiskirchen wurden vor der angetretenen Truppe für ihren unermüdlichen Einsatz ausgezeichnet. Die Ehrung unterstrich, dass Kameradschaft kein Lippenbekenntnis ist, sondern durch jahrzehntelanges Engagement mit Leben gefüllt wird.

Schweiß als Zeichen des Respekts

Nach dem Abmarschbefehl wurde es still in den Reihen, als die Marschgruppe die Steigungen des Vogelsbergs nahm. Die 16 Kilogramm Gepäck fungierten als physisches Mahnmal für die Schwere des Schicksals derer, die aus dem Einsatz nicht heimkehrten oder an Leib und Seele verwundet wurden.

Logistischer Rückhalt: Dank an den Sportverein Engelrod

Ein Marsch dieser Intensität erfordert eine erstklassige rückwärtige Sicherstellung. Ein besonderer Dank gilt hierbei den Mädels und Jungs vom Sportverein Engelrod, die das Catering der Veranstaltung mit Bravour übernahmen. Mit großem Einsatz versorgten sie die Marschteilnehmer und Gäste bestens mit Kaltgetränken und Grillspezialitäten. Diese zivile Unterstützung am Standort Engelrod war ein entscheidender Beitrag zum Gelingen des Tages und ein gelebtes Beispiel für die Verbundenheit zwischen Dorfgesellschaft und Reservisten.

Fazit: Unvergessen

Nach dem Eintreffen im Ziel und der Herstellung der Marschruhe stand die Kameradschaftspflege im Vordergrund. Doch über der gesamten Veranstaltung schwebte die Gewissheit: Die RK Lautertal und die Kreisgruppe Oberhessen bewahren das Erbe der Gefallenen. Die Teilnehmer kehrten mit der Gewissheit heim, dass die Erinnerung an den Karfreitag 2010 lebendig bleibt – in jedem Schritt, in jedem Gespräch und in jedem gemeinsamen Gedenken.

Bildmaterial: ©Jessica Heß Jg. d.R.

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